Alles außer Mittelmaß – Ein Interview mit dem Kabarettisten Christoph Sieber

Man nennt Christoph Sieber nicht umsonst den jungen Volker Pispers. Er nimmt die Gesellschaft, sein Publikum aber auch sich selbst oft hart ins Gericht. Beschönigen ist dabei definitiv nicht Teil seines aktuellen Programms „Hoffnungslos Optimistisch“ oder seiner Kabarett-Sendung „Mann, Sieber“, die er zusammen mit Tobias Mann im ZDF präsentiert. Jung ist dabei allerdings relativ, wie Sieber in mehrerlei Hinsicht beweist. Denn als jung gilt er im Kabarett selbst mit 46 noch und alt wirkt er weder auf der Bühne noch abseits dieser. Nein, Christoph Sieber hält sich jung – mental und körperlich. Eine scharfe Zunge und eine Menschlichkeit, die ihresgleichen sucht, zeichnen ihn aus, neben vielen anderen Eigenschaften. Eben alles außer Mittelmaß. 

Ich traf den vielfach ausgezeichneten Kabarettisten an einem sonnigen Maitag in einem Café zum Interview. Schon zuvor hatte ich ihn zu einem Gespräch nach einem seiner Auftritte getroffen. Zwar hätten die Umstände der beiden Treffen kaum unterschiedlicher sein können, doch eines zog sich wie ein roter Faden hindurch: mein Eindruck von der Person, die mir gegenüber stand. Hier begegnete ich keinem Promi, keinem Menschen, der sich auf Deutschlands Bühnen zuhause weiß. Christoph Sieber ist ein Mensch wie du und ich. Offen, freundlich, mit einem gewissen Witz und einem nicht zu übersehenden Intellekt, aber eben vollkommen bodenständig, nichts Besseres und kein bisschen abgehoben. Und so unterhielten wir uns bei einer Ananasschorle unter der fränkischen Sonne über Flüchtlinge, Probleme im System und die verflixte einhändige Rückhand. 

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