Der Moment, als Ken Jebsen seine Glaubwürdigkeit verlor

Zur Vorgeschichte: Auf dem YouTube Kanal von KenFM wurde am 22. August 2017 eine Dokumentation über eine griechische Mülldeponie veröffentlicht, welche aufgrund ihrer mangelhaften Instandhaltung zu einer ökologischen Zeitbombe wurde, Wälder absterben lässt und Tiere vergiftet. Während dies ein wichtiges Thema ist, das dringend angesprochen werden muss, gab es im Video eine Szene, welche Ken Jebsen und sein Team in meinen Augen ihrer Glaubwürdigkeit entledigte. Warum, das erläuterte ich in einem offenen Brief.

An das KenFM Team

Das Video zu “KenFM am Set” von der Mülldeponie in Griechenland hat – das habt ihr ja schon selbst bemerkt – einige harte Reaktionen hervorgerufen und damit die ein oder andere Diskussion ausgelöst. Meiner Meinung nach vollkommen zu Recht.

Ihr wisst sicher, von welcher Szene ich spreche.

Ein junger Hund steht – vor Schmerzen, Qual und Panik heulend – in einer Flüssigkeit, die ihr selbst im Video als ätzend bezeichnet habt. Was dieses Tier durchleiden musste kann sich unsereins nicht im geringsten vorstellen. Diese Qualen entziehen sich unserer Vorstellungskraft. Ihr – Ken, Elias und das Kamerateam – standet daneben, habt ihn gefilmt, wie er von Sekunde zu Sekunde dem Tod näher kommt und habt nichts getan. Ihr habt mit euren Kameras drauf gehalten und habt ungeheuerliches Gräuel und Todesangst für eure Zwecke genutzt. Sicher tut ihr mit eurer Griechenland-Nothilfe viel Gutes, aber nichts, ich wiederhole: nichts, auf dieser Welt rechtfertigt das Ausschlachten von Leiden zum eigenen Nutzen oder dem Nutzen anderer. Das ist unmenschlich, makaber und schlichtweg abartig.

Ihr hättet nichts tun können. Das Tier hätte sicherlich gebissen, wenn man ihm helfen hätte wollen. Der Hund war ohnehin schon so gut wie tot, denn sein Magen war voll von dieser ätzenden Flüssigkeit. Der nächste Hund wäre sicher ohnehin bald in die Grube gefallen und demselben Schicksal erlegen. Was wäre mit all den anderen Tieren auf der Deponie gewesen?

Das waren eure Ausreden. Und etwas anderes war es nicht als stumpfe Ausreden um euch in ein besseres Licht zu rücken.

Ihr hättet nichts tun können? Zumindest hättet ihr ihn erlösen können. Egal wie. Ein mitfühlender Mensch, so sehr es ihm auch weh tun mag, würde das tun.

Das Tier hätte gebissen? Vielleicht, aber rechtfertig das eine derart grausame Untätigkeit? Diese Bisswunde hätte ich liebend gerne in Kauf genommen! Wir können uns Tollwut-Impfungen und Verbandmaterial leisten – dem Hund kommt keiner zur Hilfe!

Der Hund war ohnehin schon so gut wie tot? Dann erlöst ihn und lasst ihn nicht qualvoll dahinsiechen!

Der nächste Hunde wäre bald in die Grube gefallen? Und was wäre mit den anderen Tieren gewesen? Möglich, und ihnen hätte dann vermutlich keiner geholfen, aber soll ich aufhören, Gutes zu tun, nur weil ich nicht jeden Menschen und jedes Tier retten kann? Steht Ken nicht immer selbst dafür ein, dass ein Wandel im Kleinen und bei sich selbst beginnt? Wo lebt er dies denn vor? Nur weil er nicht alle Tiere retten kann ist es in Ordnung, dieses eine Tier in seinem Schmerz alleine zu lassen?

Ihr könnt euch eure (Un-)Tat schönreden, wie ihr wollt. Was ihr getan, bzw. nicht getan habt, ist genauso Tierquälerei, als hättet ihr den Hund selbst in die Grube gestoßen! Und nicht nur habt ihr ihm nicht geholfen, ihr habt sein Leid auch noch ausgeschlachtet. Das Kamerateam hat man nicht sehen können, doch die emotionslose Mimik von Ken und Elias war genug, um in mir blanke Wut auszulösen. Der Hund war euch egal!

Ich bin ein jahrelanger treuer Zuschauer, habe lange Zeit per Dauerauftrag an euch überwiesen und musste dies nur aufgrund eines finanziellen Engpasses einstellen. Ansonsten wäre nun der Zeitpunkt gekommen. Ich bin maßlos enttäuscht! Ihr predigt das eine und handelt im genauen Gegensatz dazu. Das stellt euch in dieselbe Ecke derer, die ihr stets kritisiert und an den Pranger stellt. Ihr habt einen Zuschauer und Unterstützer verloren und ich bin mir sicher, dass ich nicht alleine bleiben werde.

Überdenkt euer Handeln.

Ich wünsche euch viel Mitgefühl für die Zukunft. Ihr könnt es brauchen.

Mira Howard


Wer das Video sehen möchte – die Szenen sind schlimm, ihr seid gewarnt! – kann es hier finden: KenFM am Set: Ökologische Zeitbombe in Griechenland

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